Finanzplan Vorlage

Finanzplan Vorlage für die Finanzplanung Ihres Businessplans

Zu einem Businessplan gehört nicht nur die Beschreibung Ihres Vorhabens und Ihres Geschäftsmodells. Sondern auch der Teil, für den sich Ihre Geldgeber ganz besonders interessieren: Die Finanzplanung. Allerdings ist dieser Part nicht nur für Banken und Investoren wichtig. In erster Linie brauchen Sie eine solche Planung für sich selbst.

Wenn Sie noch nie die Finanzplanung für einen Businessplan erstellt haben, ist das natürlich eine große Herausforderung. Welche Punkte müssen Sie beachten, und wie wird das Ganze überhaupt berechnet? Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern und damit Sie keine wichtigen Kriterien vergessen, haben wir eine Finanzplan Vorlage ausgearbeitet, an der Sie sich orientieren können. Sie ist im Businessplan Seminar enthalten.

Was bietet Ihnen die Finanzplan Vorlage?

Im Video, das Sie zur Finanzplan Vorlage bekommen, erklären wir Ihnen die einzelnen Tabellen Punkt für Punkt. Dabei geben wir Ihnen eine Anleitung, wie Sie die Finanzplan Vorlage benutzen. Grundlegende Buchhaltungs-Kenntnisse sollten Sie allerdings mitbringen. Diese Grundkenntnisse in der Buchhaltung brauchen Sie allerdings in Ihrer unternehmerischen Tätigkeit ohnehin. Deshalb machen Sie sich am besten jetzt schon damit vertraut. Dazu empfehlen wir Ihnen unseren Buchhaltungskurs und unser Steuerseminar. Beides wird Ihnen eine wertvolle Hilfe sein, um sich auf Ihre Pflichten als Unternehmer/in vorzubereiten.

Die Inhalte der Finanzplan Vorlage

Folgende Punkte müssen in der Finanzplanung Ihres Businessplans enthalten sein.

Lebenshaltungskosten

Die Finanzplan Vorlage bietet zwei Möglichkeiten der Aufstellung der privaten Lebenshaltungskosten:

  1. Was brauchen Sie als Minimum zum Leben? Extras wie Urlaub oder der wöchentliche Besuch im Sternerestaurant gehört nicht hier hinein. Sondern wirklich nur das, was unbedingt notwendig ist (allerdings auch nicht weniger!)
  2. Was müssen Sie verdienen, um gut zu leben?
    In dieser zweiten Tabelle dürfen Sie großzügiger sein: Dort tragen Sie die Summen ein, mit denen Sie auf Dauer gut leben können.

Die Tabelle „Lebenshaltungskosten“ brauchen Sie als Übersicht für sich selbst und für die Kalkulation Ihrer Stundensätze. Sie ist also sehr wichtig, und dementsprechend realistisch sollten Sie bei der Einschätzung Ihrer Lebenshaltungskosten sein. Auch Rücklagen für Einkommensteuer wollen berücksichtigt werden, sonst droht eine böse Überraschung! Wie Sie diese Rücklage ermitteln, erklären wir Ihnen in dem Video zur Businessplan-Finanzplanung.

Übrigens sind diese Tabellen auch wichtig, falls Sie eine Kapitalgesellschaft, also z.B. UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH gründen. In diesem Fall zahlen Sie sich ein Geschäftsführergehalt, und natürlich müssen Sie wissen, wie hoch es mindestens sein muss, damit Sie Ihren Lebensunterhalt bestreiten. Hier müssen Sie auf die Krankenkassenbeiträge achten – die zahlen Sie nämlich aus eigener Tasche. Anders als Fremdgeschäftsführer, die sich in einem abhängigen Arbeitnehmerverhältnis befinden. Informieren Sie sich also unbedingt über die zu erwartende Höhe der Beiträge.

Investitionsplan und einmalige Betriebsmittel

Möchten Sie einen Bankkredit beantragen? Dann achten Sie besonders darauf, Investitionen und Betriebsmittel zu unterscheiden. Investitionen sind z.B. Maschinen oder Büro- und Ladeneinrichtung. Da sich diese Güter in der Regel recht schnell wieder verkaufen lassen, gewähren Banken dafür oft andere Konditionen als für Betriebsmittel. Dies wären z.B. Verbrauchsmaterialien oder Miete, Beratungskosten und Handwerkerleistungen. Für Investitionen wird dabei ein Abnutzungszeitraum festgelegt, z.B. fünf Jahre für eine bestimmte Maschine. Über diesen Zeitraum wird die Maschine dann „abgeschrieben“. Obwohl Sie sie durchaus noch gut verkaufen können, besitzt sie nach Ablauf der festgelegten Periode in Ihren Büchern keinen Wert mehr. Das steuerlich wichtige Thema „Abschreibung“ erklären wir Ihnen ausführlicher im Buchhaltungskurs.

Finanzierungsplan

Im Finanzierungsplan der Finanzplan Vorlage tragen Sie ein, was Sie selbst an Eigenkapital mitbringen (bei Personengesellschaften) oder wie hoch das Stammkapital Ihrer Kapitalgesellschaft ist. Auch die Höhe der Anteile der einzelnen Gesellschafter tragen Sie hier ein, falls Sie nicht 100% der Anteile besitzen. Es gibt auch die Möglichkeit, Fördermittel und Bankkredite mit deren Konditionen, also Zinsen und Laufzeit der Tilgung einzutragen.

Umsatzplanung

Die Tabelle „Umsatzplanung“ sieht auf den ersten Blick kompliziert aus, weil Sie hier bis zu 10 verschiedene Produkte bzw. Dienstleistungen aufführen können. Sie ist aber äußerst praktisch für Ihre Berechnungen, und wir führen Sie in dem Begleitvideo durch die einzelnen Bereiche. Sie können diese Tabelle für die unterschiedlichsten Branchen nutzen und Projekte planen, explizite Kunden und Stunden- bzw. Tagessätze eintragen und Umsatzsteuersätze und Zahlungsziele angeben. Die Angabe der Zahlungsziele ist wichtig für die Rentabilitäts- und Liquiditätsberechnung. Unser Tipp: Im Allgemeinen empfiehlt es sich hier, ein längeres Zahlungsziel anzugeben und damit ein Worst-Case-Stenario aufzubauen. Auch dazu Näheres im Video.

In der Tabelle führen Sie die Produkte oder Dienstleistungen mit Nettopreisen, Umsatzsteuersatz und Wareneinsatz in Prozent auf und schätzen, in welcher Menge Sie sie im jeweiligen Monat verkaufen. Diese Mengen können Sie dann von Monat zu Monat variieren. Achten Sie dabei unbedingt auf saisonale Schwankungen wie Urlaubs- und Jahreszeit: Ein Eiscafé wird im Winter kaum Umsätze erzielen, ein Lebkuchengeschäft hat es im Sommer schwer. Eine gute Gelegenheit übrigens, sich darüber Gedanken zu machen, wie Sie diese Zeiten ausgleichen!

Das Planungstool ist für die Dauer von drei Jahren angelegt. Ihre Zahlen werden in die Liquiditäts- und Rentabilitätsberechnungen übernommen.

Personalplanung

Hier tragen Sie Ihr eigenes Gehalt und das Ihrer Mitarbeiter und Minijobber ein. Bitte beachten Sie dabei, dass sich die Prozentsätze zur Sozialversicherung jährlich ändern!
Im Businessplan Video erklären wir Ihnen, wie Sie die Tabelle richtig benutzen.

Rentabilitätsberechnung

Die Rentabilitätsberechnung kann für 3 Jahre geplant werden. Dabei holen sich die Tabellen die Werte aus dem jeweiligen Vorjahr – was eine große Erleichterung ist. Bitte prüfen Sie die Tabellen dennoch einmal genau auf Plausibilität und passen Sie sie eventuell an, sodass die Planung stimmig ist.

Die Betriebseinnahmen in dieser Tabelle Ihrer Finanzplan Vorlage sind jetzt schon ausgefüllt, die Werte wurden aus Ihrer Umsatzplanung übernommen.

Überprüfen Sie auch hier bitte noch einmal, ob die Werte und Mengen korrekt eingetragen wurden und berücksichtigen Sie dabei die Zahlungsziele, wie zuvor erwähnt.

Jetzt geht es an Ihre Betriebsausgaben. Wie bei allen anderen Tabellen auch, geben Sie hier die Nettowerte in alle Kategorien ein und wählen Sie den jeweiligen Umsatzsteuer- bzw. Vorsteuersatz aus. Das Programm errechnet die Umsatzsteuer dann automatisch.

In der Tabelle sind schon die meisten Kategorien erfasst, sollten Sie eine Ausgabe nicht zuordnen können, haben Sie die Möglichkeit, sie unter „Sonstiges“ einzutragen.

Achtung: Um Ihre Liquiditätsberechnung nicht zu verfälschen, empfehlen wir Ihnen, immer die tatsächlichen Geldein- und ausgänge einzutragen. Ein Beispiel: Sie haben eine Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen und zahlen dafür einmal jährlich 300 €. Diesen Betrag sollten Sie nicht durch 12 Monate teilen und monatlich 25 € eintragen, sondern die 300 € komplett im Monat der Fälligkeit angeben.

Wenn Sie alles eingetragen haben, errechnen sich Ihre monatlichen Gewinne und Verluste jetzt automatisch. Jetzt passen Sie die Rentabilitätsvorschau für das 2. und 3. Jahr entsprechend an.

Liquiditätsplanung

Die Liquiditätsberechnung ist ein sehr wichtiger Teil Ihrer Finanzplan Vorlage. Sie zeigt Ihnen auf, ob Sie mit Ihrer Liquidität „im grünen Bereich“ liegen oder ob es eventuell Engpässe gibt.

Diese Tabelle holt sich die Werte aus allen anderen Tabellen, die Sie ausgefüllt haben. Sie müssen hier also nichts mehr eingeben. Alle Einnahmen und Ausgaben sind hier erfasst, ebenso wie Ihr Kapital, eine Förderung oder ein Darlehen mit dessen Tilgung und Zinsen. Auch Ihre Investitionen sind hier aufgeführt, jedoch ohne Abschreibungswerte. Sie werden diese Abschreibungswerte in Ihrer Rentabilitätsberechnung finden, und sie tauchen in Ihrer monatlichen BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) als gewinnmindernde Faktoren auf. Aber keine Sorge, es ist ja vorerst nur ein „virtueller“ Verlust, wenn Sie auch langfristig eventuell eine Neuanschaffung Ihrer Investition im Hinterkopf behalten müssen.

Wichtig: Falls Sie ein Einzelunternehmen oder eine Personengesellschaft gründen, finden Sie Ihre monatlichen Lebenshaltungskosten als Privatentnahmen in der Tabelle wieder. Gründen Sie hingegen eine Kapitalgesellschaft, werden diese Kosten nicht berücksichtigt. Dafür zahlen Sie sich ja Ihr Geschäftsführergehalt, das sich in den Personalkosten findet, wenn Sie alles richtig eingetragen haben.

Schauen Sie sich jetzt Monat für Monat an. Alles im grünen Bereich? Idealerweise ist für Unvorhergesehenes auch immer noch etwas Reserve vorhanden! Falls Ihre Liquiditätsvorschau an irgendeiner Stelle ein Minus aufweist, ist Ihr Geschäftsmodell so, wie Sie es gerechnet haben, nicht tragfähig. In dem Fall müssen Sie nachbessern. Entweder reduzieren Sie die Kosten oder Sie erhöhen den Umsatz, beides muss natürlich realistisch bleiben. Vielleicht können Sie noch mehr Eigenkapital investieren oder Sie beantragen einen Kredit. Ihre Liquiditätsvorschau sollte in jedem einzelnen Monat ein deutliches Plus zeigen, denn ein Liquiditätsengpass kann für ein Unternehmen sehr schnell bedrohlich werden. Und es ist sehr viel schwieriger, eine Nachfinanzierung zu bekommen als von vornherein einen höheren Kreditbetrag zu beantragen.

Stundensatzkalkulation

Diese Tabelle hilft Ihnen, Ihre Stundensätze zu berechnen. Ergänzen Sie sie, wenn Sie Ihre privaten Lebenshaltungskosten und Ihre betrieblichen Kosten in der Tabelle „Rentabilität“ eingetragen haben. Stehen Ihre jährlichen Gesamtkosten fest, wird dieser Wert durch die produktiven Gesamtarbeitsstunden pro Jahr geteilt. So wird Ihr eigener kalkulierter Stundensatz ermittelt. Für Ihre endgültige Preiskalkulation müssen Sie aber noch zwei andere Faktoren berücksichtigen, nämlich das Preisniveau Ihrer Konkurrenz und den Preis, den Ihr Kunde zu zahlen bereit ist.

Grafiken

Neben den beschriebenen Tabellen gibt es in der Finanzplan Vorlage noch Grafiken. Die Grafiken veranschaulichen Ihr Zahlenwerk und zeigen Ihnen auf einen Blick, wie sich z.B. die Liquidität und die Rentabilität Ihres Unternehmens über einen Zeitraum von drei Jahren entwickelt. Das ergibt sich ganz zum Schluss aus den Werten, die Sie in den unterschiedlichen Bereichen eintragen.

Solche Grafiken eignen sich wunderbar, um Ihren Businessplan optisch aufzuwerten und Ihre Ausführungen im Text zu unterstreichen – natürlich müssen sie passend platziert werden.

Die Finanzplanung Ihres Businessplans ist abgeschlossen – was nun?

Wenn Sie mithilfe der Finanzplan Vorlage Ihre Finanzplanung für Ihren Businessplan erledigt haben, sollten Sie sich noch einmal dem schriftlichen Teil Ihres Businessplans zuwenden und auf die Inhalte der wichtigsten Tabellen eingehen und sie kurz erklären, z. B. die Höhe Ihrer Lebenshaltungskosten.

Zum Investitionsplan sollten Sie beschreiben, welches Ihre größten Investitionen sind, und wozu Sie sie benötigen. Was müssen Sie neu anschaffen, was ist schon vorhanden? Dabei sollten Sie unterscheiden zwischen Anfangsinvestitionen und Betriebsmittel.

Auch zur Finanzierung sollten Sie ein paar Erläuterungen schreiben.

  • Wie hoch ist Ihr Eigenkapital, welche Sicherheiten können Sie bieten?
  • Welche Förderprogramme und Kredite möchten Sie beantragen?
  • Wie viel Fremdkapital benötigen Sie?

Jetzt erläutern Sie Ihre Umsatzkalkulation:

  • Mit welchen Absatzmengen und Preisen kalkulieren Sie, worauf stützen sich Ihre Berechnungen?
  • Wie ist es um die Zahlungsmoral Ihrer Kunden bestellt?
  • Mit wie viel Umsatz rechnen Sie pro Jahr in den ersten drei Jahren?

Zu Ihren Kosten:

  • Welches sind Ihre größten Posten?
  • Warum sind sie erforderlich?

Auch den Gewinn sollten Sie beschreiben:

  • Wie hoch schätzen sie den Gewinn während der ersten drei Geschäftsjahre ein?
  • Ab wann erreichen Sie eine Kostendeckung?

Sehr wichtig für Ihre Geldgeber (und für Sie!):

  • Ist Ihre Liquidität zu jeder Zeit gesichert?
  • Wie hoch ist Ihr Liquiditätsminimum?

Wenn Sie all diese Punkte erklärt haben und Ihren Businessplan noch einmal auf Fehler überprüft haben, dürfen Sie zum „kosmetischen“ Teil übergehen. Fügen Sie ein elegantes Design und Ihr Logo hinzu. Eine gute, saubere Präsentation wertet Ihren Businessplan auch optisch auf!

Finanzplan Vorlage – Zusätzliche Unterlagen

Zu guter Letzt können Sie Ihren Businessplan noch um einen Anhang ergänzen. Hier gehören z.B. folgende Dokumente hinein:

  • Zeugnisse
  • Zertifikate, die Ihre Qualifikation nachweisen
  • Gesellschaftervertrag, falls Sie im Team gründen
  • Branchenspezifische Genehmigungen
  • Gewerbeanmeldung, falls schon vorhanden
  • Anmeldung beim Finanzamt

Wenn Sie einen Betrieb übernehmen oder sich an einem existierenden Betrieb beteiligen möchten, legen Sie die Jahresabschlüsse der letzten Jahre mit bei, also Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz oder Einnahme-Überschussrechnung.

Falls Sie einen Gründungszuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragt haben, geben Sie auch den Antrag mit ab, zusammen mit der Stellungnahme einer fachkundigen Stelle, die Ihren Businessplan geprüft hat (das können z.B. wir sein!)

Sie haben jetzt alle Aspekte eines fundierten Businessplans kennengelernt. Falls Sie Fragen zu einem der Punkte haben oder Hilfe bei der Ausarbeitung benötigen, sprechen Sie uns gern an! Das Erstberatungsgespräch ist kostenlos für Sie, und wir prüfen gern, ob Sie eine Förderung für unsere Beratung bekommen. In jedem Fall ist es besser, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, denn auch bei den Banken gilt: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Unternehmen!