Existenzgründerzuschuss beantragen vom Arbeitsamt

Existenzgründerzuschuss beantragen vom Arbeitsamt

 

Wer aus der Arbeitslosigkeit heraus sein eigenes Unternehmen gründen möchte, hat es erst einmal doppelt schwer: Rücklagen, um die ersten Monate notfalls auch ohne Einkommen zu überstehen, sind meist verbraucht, wenn sie überhaupt vorhanden waren. Die gute Nachricht: Das Arbeitsamt hilft Ihnen mit einem Existenzgründerzuschuss, wenn Sie ALG I beziehen und sich selbständig machen wollen.

Was ist der Existenzgründerzuschuss?

Das Arbeitsamt freut sich über jede geschlossene Akte und unterstützt Existenzgründer mit einem Existenzgründerzuschuss. Ob Sie diese Leistung bekommen, liegt aber ganz im Ermessen Ihres Sachbearbeiters, Sie haben also keinen Rechtsanspruch darauf. Eine gute Präsentation Ihres Vorhabens ist deshalb unerlässlich – denn für den ersten Eindruck gibt es bekanntlich keine zweite Chance.

Ein häufiger Irrtum: Der Existenzgründerzuschuss ist nicht zur Finanzierung Ihres Unternehmens bestimmt! Er dient nur der Deckung Ihrer privaten Lebenshaltungskosten und Ihrer sozialen Absicherung in den ersten Monaten, denn ab Tag 1 Ihrer Gründung müssen Sie selbst für Ihre Beiträge zur Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung aufkommen.

Warum Sie den Existenzgründerzuschuss beantragen sollten?

  • Sie müssen den Existenzgründerzuschuss nicht zurückzahlen
  • Ihr Gewinn wird nicht auf Ihr Arbeitslosengeld angerechnet
  • Der Existenzgründerzuschuss ist einkommensteuerfrei und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. (Progressionsvorbehalt bedeutet, dass steuerfreie Leistungen wie z.B. Ihr ALG I am Ende des Jahres gerade durch ihre Steuerfreiheit zu einer Erhöhung Ihres Steuersatzes auf Ihr reguläres Einkommen führen können)

Wie hoch ist der Existenzgründerzuschuss, und wie lange wird er gezahlt?

Der Existenzgründerzuschuss unterteilt sich in zwei Phasen, die Sie einzeln beantragen müssen:

Phase 1 – Sie erhalten 6 Monate lang Ihr bisheriges ALG I plus 300 € monatlich

Phase 2 – Das ALG I fällt weg, Sie bekommen aber für 9 Monate weiterhin die Pauschale von 300 € für die soziale Absicherung

Der Existenzgründerzuschuss wird Ihnen für insgesamt höchstens 15 Monate gewilligt – danach sollten Sie auf eigenen Beinen stehen können. Und das werden Sie auch, wenn Sie sich gut auf Ihre Selbständigkeit vorbereiten!

Welche Voraussetzungen gibt es, wenn Sie den Existenzgründerzuschuss beantragen möchten?

Sie müssen

  • arbeitslos gemeldet sein (mindestens 1 Tag). Wenn Sie selbst grundlos gekündigt haben gibt es eine Sperrfrist von drei Monaten
  • Ihre geplante Tätigkeit hauptberuflich ausüben, damit Sie Ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können
  • Restanspruch auf Arbeitslosengeld (ALG I) von mindestens 150 Tagen haben, gerechnet ab Gründungsdatum. Wichtig: Empfänger von ALG II (Hartz IV) können keinen Existenzgründerzuschuss beantragen – sie können stattdessen Einstiegsgeld beantragen
  • Kenntnisse, Fähigkeiten und persönliche Eignung nachweisen, die Sie für Ihre geplante Tätigkeit qualifizieren – also z.B. Lebenslauf, Zeugnisse und Zertifikate
  • Die Bescheinigung einer fachkundigen Stelle vorlegen (z.B. uns), die Ihre Geschäftsidee geprüft und für tragfähig befunden hat – dafür brauchen Sie einen Businessplan. In einem Businessplan geht es unter anderem um
    • Ihre Geschäftsidee
    • Chancen, Risiken & Ziele
    • Ihre Zielgruppe
    • Markt- und Wettbewerbsanalyse
    • Marketing
    • Ihre Finanzplanung, also Rentabilitäts- und Liquiditätsberechnung

Der letzte Punkt ist für viele Existenzgründer oft der schwierigste und lästigste. Allerdings auch der wichtigste, und zwar nicht nur für die Agentur für Arbeit, sondern vor allem für Sie selbst. Eine Existenzgründung will gut durchdacht sein, denn sie birgt auch immer finanzielle Risiken!

Wir haben speziell für Existenzgründer, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig machen möchten, ein paar sehr günstige Online-Gründungsseminare konzipiert, die alle Fragen rund um die Existenzgründung abdecken.

Wenn Sie den Existenzgründerzuschuss beantragen und vor allem bewilligt bekommen möchten, ist es besonders wichtig, dass Sie sich gut vorbereiten. Dafür gibt es unser Gründungszuschuss Seminar das Sie in 40 Minuten durch alle wichtigen Punkte führt, die Sie beachten müssen, damit Ihr Sachbearbeiter Ihnen den Existenzgründerzuschuss bewilligt.

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Einige Gründer müssen, wenn Sie den Existenzgründerzuschuss beantragen möchten an einem Existenzgründerseminar teilnehmen und sich hierfür ein Zertifikat ausstellen lassen. Wenn dies bei Ihnen der Fall ist, schauen Sie unser allgemeines Existenzgründerseminar. Nachdem Sie das Gründerseminar angeschaut haben können wir Ihnen ein solches Zertifikat ausstellen.

Wie kann ich den Existenzgründerzuschuss beantragen?

Sie können den Antrag bei Ihrem zuständigen Arbeitsamt stellen. Wichtig ist, dass Sie es vor der Gründung tun. Nach der Gründung gestellte Anträge werden nicht berücksichtigt! Um also keinen Frühstart hinzulegen, sollten Sie die Existenzgründung ordentlich planen und sich ausführlich informieren.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Existenzgründerzuschuss Antrag!